#1 Intercity Experimental Br 410



Auf der internationalen Spielwarenmesse 1985 stellten die Firmen Märklin, Fleischmann und Minitrix Modelle des Intercity Experimental vor. Jeder Hersteller wählte hierbei eine eigene Philosophie, sodass ganz unterschiedliche Modelle entstanden sind.

Beim Vorbild wurde um den Zeitpunkt der Spielwarenmesse die Hochzeit zwischen Triebdrehgestellen und Lokomotivkasten gefeiert. Ende Februar
1985 wurde 410 002-0 erstmals für einen Fototermin vor die Werkshalle von Henschel in Kassel gerollt. Das Erprobungsprogramm begann nach der Überführung der Triebköpfe an das Betriebswerk München Freimann im Juni 1985.

Bei der Firma Fleischmann hat Günter Kraml die Konzeptzeichnung zum ICE/V Triebkopf am 15.02.1985 fertiggestellt. Sie zeigt den wesentlichen Aufbau des Fahrzeugs und aus ihr wurden die Einzelkomponenten abgeleitet. Der legendäre Konstrukteur und ZEITGEIST-Unterstützer Harald Ott war für die Konstruktion der Mittelwagen und Drehgestelle verantwortlich.

In Nürnberg hatte man kurz vorher das CAD-Zeichnen eingeführt - jedoch noch nicht mit der vollen Freiformflächen-Funktion, wie es heute möglich ist. So wurde die Triebkopfnase, in Fachkreisen als KS20 bekannt, im CAD zwar übernommen, die Form jedoch klassisch mit der Kopierfräse von einem Holzmodell übernommen. Ein sehr aufwändiger Schritt.

Die Bugspitze selbst ist bei Fleischmann exakt nach der Auslegung durch den DLR umgesetzt. Leider kam sie in dieser Form beim Vorbild jedoch nicht zur Verwendung. Dem Designer, Alexander Neumeister, gefiel die „Kartoffelnase“ mit der tief sitzenden Bugspitze nicht.



Herr Neumeister hat uns bei der Entwicklung des ZEITGEIST-Experimental tatkräftig unterstützt und uns die Original STRAK-Zeichnung aus den 1980er Jahren überlassen. Eine STRAK Zeichnung ist im Maßstab 1:1 und gibt in gewissen Abständen mit Höhenlinien die 3-dimensionale Form wieder.







Schön zu sehen ist der angesetzte Rotstift an der Bugspitze. Durch die Veränderung wurde das Erscheinungsbild des Experimental deutlich sportlicher. Ein Designmerkmal, was sich auch am ICE-3 und am Shinkansen aus Neumeisters Hand wiederfinden lässt.

35 Jahre später ist es wieder an der Zeit, einen Experimental auf die Schiene zu bringen.

Unser Modell schreitet nun in großen Schritten der 0-Serie entgegen. Im Januar legt unser Elektroniker Philipp mit der Bestückung der Mainboards für die Triebköpfe und der Beleuchtungsplatinen für die Mittelwagen los. 
Aktuell werden noch die Drehgestelle und die Wagenkäsen/Fahrgestelle der Mittelwagen im Werkzeug angepasst. Im kommenden ZEITGEIST-Report können wir Ihnen dann einen kompletten Zug zeigen.







Die Bilder zeigen bereits, mit welcher Detailverliebtheit der Zug gestaltet wird. Haben Sie schon die unterschiedlichen Faltenwürfe der Kopfpolster in der 1. Klasse entdeckt?


Die Modelle sind Probespritzungen aus fertigen Werkzeugen, per Hand bemalt.